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Albrecht z Valdštejna

Über Albrecht von Wallenstein

Albrecht von Wallenstein, mit dem ganzen Namen Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein, ruft nicht nur unter Historikern bis heute hitzige Debatten hervor. Hat er seinen Kaiser und König verraten, um noch größere Macht zu erreichen? Oder war er ein Opfer der Intrigen? Egal zu welcher Theorie Sie neigen, es besteht kein Zweifel darüber, dass Albrecht von Wallenstein eine der bedeutendsten Personen der böhmischen und europäischen Geschichte war, ein außergewöhnlich tüchtiger Geschäftsmann, Politiker und militärischer Befehlshaber.

Kindheit von Albrecht von Wallenstein

Albrecht von Wallenstein wurde am 24. September 1583 geboren, seine Eltern waren Wilhelm von Wallenstein und Margarete Smiřická von Smiřice. Trotz seiner bedeutenden Herkunft gehörten Wallensteins Eltern nicht zu den reichsten vom Geschlecht Wallenstein. Mutter und Vater sind verstorben als Albrecht noch Kind war. Seine Erziehung übernahmen die Mitglieder der Brüdergemeinde Heinrich Slawata und Karl von Wallenstein.

Studien von Albrecht von Wallenstein

Der junge Albrecht besuchte die Schlossschule in Koschumberg, an der er seine Ausbildung im Reiten, gesellschaftlichen Verhalten und Waffenhandhabung erlangte. Er studierte des weiteren am lutheranischen Gymnasium in Goldberg, an dem er unter anderen ausgezeichnet deutsch lernte. Dann folgten die Studien in Altdorf bei Nürnberg und weitere Erfahrungen während seiner Reisen durch Europa. Als er im Jahre 1602 zurückkehrte, begann er sich seiner militärischen Karriere zu widmen.

Militärische Anfänge von Albrecht von Wallenstein

Die ersten Schritte in Militärstiefeln führten Wallenstein an die ungarische Front in den Krieg mit den Türken, der zu dieser Zeit von Kaiser Rudolf dem II. geführt wurde. Außer kleineren Verletzungen holte sich Albrecht von Wallenstein von den Kämpfen bei der Rückkehr nach Böhmen auch den Hauptmanndienstgrad – Kommandant der Infanteriekompanie.

Durch das Konvertieren zum katholischen Glauben eröffnete er sich die Tür zu seinem weiteren militärischen und gesellschaftlichen Aufstieg. Bald wurde Wallenstein zum Hauptmann des Infanterieregimentes. Ein großer gesellschaftlicher Beitrag für ihn hatte die Heirat mit der reichen Witwe Lukrezia Neksch von Landek, die mehrere mährische Herrenhöfe besaß. Nach fünf Jahren verstarb seine Ehefrau. Außer Trauer brachte ihm das Jahr 1614 jedoch einen Aufstieg in der Karriere. Er wurde zum Oberst der Infanterie der mährischen Stände ernannt.

Unternehmen von Albrecht von Wallenstein

Albrecht von Wallenstein besaß dank seines ansehnliches Vermögens, das sich nach dem misslungenen Ende des Standesaufstands noch erhöhte, auch beträchtliches Bargeld. Dieses nutzte er zum Verleihen an Adelige für den Kauf von konfisziertem Vermögen von Aufrührern gegen den Kaiser aus.

Karriere- und Gesellschaftsaufstieg

Im Jahre 1623 erhielt Wallenstein die niedrigste Generalwürde – Generalfeldwebel. Nicht lange danach stieg er dank der zweiten Heirat mit Isabella Katharina von Harrach auch in der gesellschaftlichen Rangliste. Bald wird er zum Fürsten von Frýdlant erhoben und nach dem ersten gesellschaftlichen Aufstieg kommt der nächste, dieses Mal in den Stand des Reichsfürsten mit dem Titel Herzog von Frýdlant. Der gesellschaftliche Aufstieg brachte jedoch nicht nur Macht, sondern auch die ersten Intrigen. Seine Feinde schickten dem Kaiser ein Protestschreiben mit 42 Punkten, in dem sie Wallenstein wegen ungesetzlicher Machenschaften und weiterer Verbrechen beschuldigen.

Trotz einer Welle der Abneigung wurde Albrecht von Wallenstein nach dem Jahre 1624 der mächtigste und reichste Mann Böhmens. Das genügte ihm aber nicht, deshalb wandte er sich internationalen Aktivitäten zu.

Internationale Aktivitäten von Albrecht von Wallenstein

Im Jahre 1625 stellte Albrecht von Wallenstein für den Kaiser Ferdinand den II. eine große Armee auf , die er schon als Oberbefehlshaber des gesamten Reichsheeres in die Kämpfe nach Norddeutschland schickte. Weitere Soldaten wirbt der Herzog in Eger und seiner Umgebung an und mit ca.16000 Männern zog er Richtung Schweinfurt. Während des Feldzugs gegen den dänischen König Christian den IV. besetzte Albrecht von Wallenstein mit seinem Heer Halberstadt und Magdeburg. Hier entstand der Stützpunkt des Wallensteinheeres für Deutschland. Der Konflikt dauerte aber zu lang und Wallensteins gute Beziehungen zum Hof begannen wegen Geldmangel und Meinungsverschiedenheiten über das Kampfende schwächer zu werden. Dank des erhofften Sieges der kaiserlichen Truppen bei Dessau verbesserte sich wieder die Position Wallensteins am Hof für kurze Zeit. Es gelang Wallenstein, den Kriegskonflikt mit Dänemark durch gute Taktik und gewandtes Manövrieren ohne großes Blutvergießen und unnötige Ausgaben zu lösen. Die restlichen dänischen Truppen wichen kampflos zurück.

Für Wallensteins Verdienste ...

Für Wallensteins Verdienste … Als Kompensation der für das Heer aufgewandten Kosten erhielt Wallenstein von dem Kaiser das Herzogtum Mecklenburg und den Titel Herzog von Mecklenburg. Er wurde so zum Reichsfürst und unabhängig vom Kaiser. Die nächste Ehrung war der Dienstgrad des höchsten Generalfeldhauptmanns und auch des Generalissimus der Ostsee und des Ozeanischen Meeres - er sollte Hauptmann der bisher nicht existierenden kaiserlichen Kriegsflotte werden. Gegen Albrecht von Wallenstein, der jetzt am Gipfel der Macht war, erhob sich eine Welle des Neides, der Kritik und der Intrigen. Schließlich, unter dem Druck der Kurfürsten, enthob der Kaiser Wallenstein des Oberbefehls über das ganze Heer. Auch nach seiner Entlassung bat der Kaiser Wallenstein oft um Rat in militärischen Angelegenheiten und dieser beriet ihn willig ohne Zeichen jedweden Hasses, und so konnte er wenigstens teilweise das Kriegsgeschehen beeinflussen.

Es dauerte jedoch nicht lange und Wallenstein wurde vom Kaiser angesprochen, auf den Posten des Oberbefehls der Kaisertruppen zurückzukehren und das Reich so von den Sachsentruppen und Exulanten zu befreien. Er nahm es unter einigen Bedingungen an – er gewann die absolute Macht über das ganze Reichsheer. Der Generalissimus befreite das Land von den Sachsen und brach in den Kampf mit dem Heer des schwedischen Königs Gustav des II. Adolf auf. Obwohl in der Schlacht bei Lützen (1632) der schwedische König gefallen ist, wurde diese für erfolglos gehalten, weil sich die kaiserlichen Truppen von dem Schlachtfeld zurückzogen. Seit dieser Zeit wurde Wallenstein übermäßige Vorsichtigkeit in der Militärstrategie vorgeworfen. Die Beschwerden über die Untätigkeit des Heeres kamen bis zum Kaiser selbst. Das Vertrauen zu Wallenstein änderte auch nicht die Eroberung von BŘEZNO durch das schwedischen Heer. Doch anstatt es zurück zu erobern, zog sich Wallenstein mit dem ganzen Heer in der Winterzeit nach Böhmen zurück. Damit folgte er nicht dem Befehl des Kaisers. Anstatt zu kämpfen, setzte Wallenstein Friedensverhandlungen fort, die Europa allgemeinen Frieden bringen sollten.

Unbequemer Albrecht von Wallenstein

Die Feindseligkeit gegenüber dem Herzog stieg und immer mehr Menschen strebten nach seiner Absetzung von den höchsten Stellen. Zu Beginn des Jahres 1634 verzichtete Albrecht von Wallenstein von sich aus auf die Stellung des Generalissimus. Für den Kaiser bedeutete es aber die Zahlung einer hohen Abfindung, woran es in der vom Krieg ruinierten Königskasse mangelte.

Es fielen unwahre Beschuldigungen bezüglich des Verrates, wobei die kaiserlichen Schulden gegenüber dem Herzog, die durch 32 Offiziere unterzeichnete Loyalitätsbekundung in dem so genannten Pilsner Eid, der für einen unfreundlichen Akt gehalten wurde und Beschuldigung des Fürsten Gundaker aus Liechtenstein wegen der Unbotmäßigkeit und Mangel an Respekt gegenüber dem Kaiser, den hauptsächlichen Grund darstellten. Wallenstein wollte sich vermutlich mit dem Feind verbünden und den Kaiser und seine Familie ermorden, um seine Macht und Vermögen zu haben.

Für den Kaiser war es die einfachste Wahl Wallenstein für immer kalt zu stellen und sein umfangreiches Vermögen zu konfiszieren. Zuerst enthob er ihm im Stillen seines Oberstbefehls und dann gab er Befehl zu seiner Ermordung oder zur Gefangenschaft.

Tod von Albrecht von Wallenstein

Zu dem Mord kam es am 25. Februar 1634 in Eger, wo Wallenstein dachte, in der Sicherheit zu sein. Eine Gruppe von Dragoneroffizieren und Musketieren an der Spitze mit Robert Geraldino, Walter Deveroux und Dionys Mac Daniel schlug die Richtung zum Pachelbelhaus am Egerer Marktplatz ein. Sie übermannten die Schildwacht und erstachen den Herzog im Bett.

Albrecht von Wallenstein wurde auf Befehl des Kaisers ermordet. Der Befehl gründete sich auf grundlosen Beschuldigung des geplanten Verrates, Machtübernahmeversuches und Ermordung der kaiserlichen Familie. Die Beweise für diese Beschuldigungen wurden nie gefunden. Der Kaiser wurde aber einen unbequemen Gläubiger los.

Nach Wallenstein ...

Nach Albrecht von Wallenstein blieben in Böhmen viele Baudenkmäler. Außer den militärischen Angelegenheiten widmete er sich auch der Förderung seiner Liegenschaften. Eine außergewöhnliche Pflege durch Architekten und Baumeister widmete er seiner Sitzstadt Jičín. Architektonische Baudenkmäler hinterließ er auch in Prag, Frýdlant u. ä.

Albrecht von Wallenstein und Eger

  • 18. 4 1622 Egerer Stadtrat kauft für Wallenstein Waffen für 3000 Gulden, die von dem Kaiser in Eger deponiert wurden.
  • 1625 Eger wird Sammelstelle für Albrechts Soldaten.
  • 31. 7. 1625 Wallenstein kommt nach Eger um 20 000 Männer anzuwerben, es ist die größte militärische Maßnahme mit seinen eigenen Mitteln.
  • 1626 aus Eger nach Prag wurde für Albrechts Truppen 12 Wagen mit Waffen abgefertigt.
  • 28. 5. 1630 Albrecht von Wallenstein übernachtet in Eger während seiner Reise von dem Kuraufenthalt in Karlsbad nach Memmingen.
  • 25. 6. 1632 Albrecht von Wallenstein eroberte Eger von den Sachsen zurück.
  • 25. 2. 1634 Albrecht von Wallenstein wurde in Pachelbelhaus am Egerer Marktplatz ermordet. Heute gibt es im Pachelbelhaus Sitz des Egerer Museums mit der Wallensteinsammlung und rekonstruiertem Todeszimmer des Herzogs Wallenstein.

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